Baumwolle – Herkunft und Geschichte

Baumwolle

Schon in der Antike wurde Baumwolle produziert und gern genutzt. Indien und Pakistan gelten als die ersten Herkunftsorte von Baumwolle. Hier wurden zum Beispiel im Indusdelta Relikte gefunden, die auf Baumwolle hinweisen. Diese stammen etwa aus der Zeit um 6.000 vor Christus. Von Südaseien verbreitete sich der Anbau von Baumwolle nach Mesopotamien, Nubien und Ägypten.

Europa und die Baumwolle

Arabische Händler brachten den Baumwollanbau erst im 1. Jahrhundert nach Italien und Spanien. Doch pflanzten die Menschen in Südeuropa bereits viel Baumwolle an. Erst im späten Mittelalter wurde Cotton auch in Nordeuropa bekannt. Da sie hier im Norden aber nicht wachsen konnte, dauerte die Verbreitung deutlich länger.

Von Asien nach Amerika – die Baumwolle erobert die neue Welt

Bereits Ende des 16. Jahrhunderts wurden Baumwollpflanzen in den südlicheren Regionen Asiens und Nordamerikas angebaut. Die Baumwollproduzenten erkannten schon bald den Nutzen von unterschiedlichen Arten und neuen Züchtungen. Die neu entdeckten Arten der Baumwolle wurden im 18. Jahrhundert auch nach Afrika eingeführt und verbreiteten sich später nach Indien, Pakistan und China. Dort ersetzten sie bald viele der traditionellen Sorten.

Industrielle Revolution – Massenproduktion

Mit der industriellen Revolution wurden im Jahre 1738 so nützliche Maschinen wie die Spinnmaschine entwickelt. 1793 brachte dann der Entkörner einen weiteren Schritt in die Entwicklung. Diese Maschinen brachten der Baumwollproduktion, vor allem in England, einen enormen Aufschwung. Manchester erhielt den Spitznamen „cottonopolis“, weil die Baumwollindustrie in der Stadt allgegenwärtig ist.

Wandels des Markts

Bis Mitte des 19. Jahrhunderts war Indien der Hauptlieferant von Baumwollfasern, die auf dem europäische Markt in der Baumwollindustrie verarbeitet wurden. Dann kam der amerikanische Markt mit besserer Qualität und günstigeren Preisen. Die amerikansiche Baumwollblüte hatte längere und stärkere Fasern zu bieten, was einen weicheren Stoff ermöglichte. Kuschelige Bademäntel aus Baumwollgarn wurden erst durch diese Fasern möglich.

Zu diesem Zeitpunkt war die Baumwollproduktion das Rückgrat der südlichen nordamerikanischen Wirtschaft. Allerdings basierte die im Wesentlichen auf Sklavenarbeit. Die europäischen Textilhersteller begannen, Baumwolle von amerikanischen Plantagen zu beziehen. Auch wenn man zu der Zeit sicher noch keine hochwertigen Slips und Unterhosen aus Baumwollgarn fertigte, war das natürliche Material doch schon sehr beliebt.

China produziert Baumwolle

Vor etwa 2000 Jahren wurde Baumwolle in China eingeführt. In den späten 1970er Jahren ergriff die chinesische Regierung wirksame Maßnahmen zur Förderung der Baumwollproduktion, indem sie Saatgut subventionierte und Beschaffungsgelder anbot. Infolgedessen stieg die Baumwollproduktion in China von 10 Millionen Ballen im Jahr 1979 auf fast 29 Millionen Ballen im Jahr 1984.

Biobaumwolle – der neue Trend

Allerdings geht der Trend heute in Richtung Biobaumwolle und da ist China lediglich noch mit sechs Prozent der Produktion vertreten. Den Hauptanteil an der Produktion von Biobaumwolle liefert Indien mit 74 Prozent. Die Türkei baut immerhin aber anoch elf Prozent der weltweit angebauten Biobaumwolle an. Auch die Haut weiß die Verwendung von Biobaumwollte heute zu schätzen. So zum Beispiel bei den Unterhemden, die so noch angenehmer zu tragen sind.

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